SPARK

Mit einem innovativen neuen Format findet die SPARK Art Fair Vienna erstmalig vom 24. bis 27. Juni 2021 als neue internationale Kunstmesse in Wien statt. 

SPARK wird ausschließlich Solopräsentationen zeigen, zusätzlich werden drei kuratierte Fokus-Sektionen durch renommierte Kuratoren*innen geboten: „Utopia: Post-War“ von Sabine Breitwieser, „Perspectives“ von Tevž Logar und „Interface – Contemporary New Media and Digital Art“ von Marlies Wirth. 

Aufbauend auf die diesjährige Messe möchte SPARK als Produktionsplattform für Künstler*innen und Galerien fungieren, die neue, eigens für die Messe produzierte Werke, präsentiert. Somit soll Sammler*innen die Gelegenheit geboten werden, Zugang zu Primärpositionen zu erhalten. 

In der Hauptsektion der Messe werden Beiträge von lokalen und internationalen Galerien gezeigt. Dabei wird ein Überblick über die führenden Talente des Kunstmarkts geboten.

Die Messe findet in der historischen Marx Halle im Zentrum von Wien statt, mit einem umfassenden Rahmenprogramm unter Voraussetzung der geltenden Covid-19 Maßnahmen.

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© Franz Johann Morgenbesser

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© Jaka Babnik

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© Marcella Ruiz Cruz




UTOPIA: POST-WAR

Die von Sabine Breitwieser kuratierte Sektion widmet sich den offenen und multiplen Erzählungen über die Kunst der Nachkriegszeit. Ähnlich wie wir die Folgen des Zweiten Weltkriegs nach wie vor erleben und neue Erkenntnisse darüber gewinnen, ist auch die Betrachtung der Kunst dieser Periode im Fluss. Konzentrierte sich der Versuch, die Geschehnisse, Zerstörungen und Traumata zu erfassen und zu reflektieren, zunächst auf wenige involvierte Länder, ist dies längst zu einem globalen Projekt geworden. Nicht anders verhält es sich mit der Kunst dieser Periode, geprägt von einem tiefen Schock und schließlich im Aufbruch zu neuen Kunstformen, Netzwerken und Utopien.

Die Sektion umfasst 16 Solopräsentationen von österreichischen und internationalen Galerien, die in engem Verhältnis zu den ausgewählten KünstlerInnen stehen. Special Features über Experimentalfilm und Tanz der Nachkriegszeit erweitern die Ausstellung und thematisieren andere Vertriebsformen. Von einem Überblick über die Kunst der Nachkriegszeit ist diese Schau weit entfernt; ein Anspruch, der keineswegs auch einem nur auf Österreich gerichtetem Blick standhält. Entgegen aller Kanons und Systematiken werden, in Zeiten einer weltumspannenden Pandemie, Spotlights gesetzt.

SABINE BREITWIESER ist derzeit ein 2020/2021 Getty Scholar am Getty Research Institute in Los Angeles und lebt als Autorin und Kuratorin in Wien. Von 2013 bis 2018 war sie Direktorin des Museum der Moderne Salzburg. Zuvor, von 2010 bis 2013, leitete sie als Chefkuratorin das Department für Medien- und Performancekunst am Museum of Modern Art in New York. Von 1988 bis 2007 war sie Gründungsdirektorin und leitende Kuratorin der Generali Foundation in Wien. Breitwieser hat mehr als 150 monografische und thematische Ausstellungen in Europa und den Vereinigten Staaten kuratiert und geleitet sowie rund 100 Publikationen herausgegeben und zahlreiche Texte veröffentlicht. 2012 wurde ihr der Yoko Ono Lennon Courage Award for the Arts in New York verliehen.




PERSPEKTIVEN

EINE GESCHICHTE, VERSCHIEDENE SICHTWEISEN

Diese Sektion bezieht sich symbolisch auf Akira Kurosawas Idee des Rashomon-Effekts. Der Begriff bezieht sich wiederum auf eine bestimmte Situation, in der ein Ereignis von den beteiligten Personen verschieden interpretiert oder beschrieben wird. Die Galerien der Sektion präsentieren Positionen, welche das Arbeitsumfeld Kunstschaffender reflektieren. Sei es durch kritische Hinterfragung von Identität, Geschlechterverhältnisse und wirtschaftliche Beziehungen, oder bezogen auf Machtpolitik und Autoritarismen. Der rote Faden der Sektion kann – gerade auch angesichts der neuen Weltordnung nach der Pandemie – auch als Akt des symbolischen Widerstands verstanden werden und bezeugt zugleich die Sensibilität für Zeit und Raum.

Kunst ist unverzichtbar, wenn es darum geht, Leben und Lebensformen zu gestalten und zu verstehen. Der Blick auf die Welt durch das Prisma der Kunst wirkt wie ein Gegenmittel zu Gefühllosigkeit, in die wir als Individuen aufgrund der alltagsbeherrschenden Gewalt geraten sind. Kunst hilft uns, das größere Bild und den Zusammenhang der Dinge zu erkennen – die Sektion dient als erzählerisches Bindeglied zwischen Galerien und einzelnen künstlerischen Praktiken und definiert soziale und politische Rahmenbedingungen, welche überhaupt erst das Nachdenken über Veränderungsprozesse ermöglichen.

TEVŽ LOGAR ist freier Kurator, Herausgeber und Autor aus Slowenien. Logar kuratierte den slowenischen Pavillon bei der 55. Biennale von Venedig sowie Ausstellungen in New York, Montreal, Genf, Beirut, Budapest, Lódź und Berlin. 2019 war er kuratorischer Berater der 58. Biennale von Venedig für den Pavillon der Republik Nordmazedonien. Von 2009 bis 2014 war er künstlerischer Leiter der Škuc Gallery in Ljubljana und ist Mitglied des Advisory Boards der Ulay Foundation in Amsterdam. 2014 wurde er in New York für den Gerrit Lansing Independent Vision Award für freie internationale Kuratoren nominiert. Tevž Logar lebt in Rijeka, Kroatien.




INTERFACE

CONTEMPORARY NEW MEDIA AND DIGITAL ART

Die Sektion „Interface – Contemporary New Media and Digital Art“ konzentriert sich auf digitale Kunst und Medienkunst. Ein Bereich, der für Kurator*innen, Institutionen, Galerien und Sammler*innen gleichermaßen interessant ist und neue, spannende Möglichkeiten digitaler Technologien thematisiert.

Die junge, multidisziplinäre und hybride Kunstform experimentiert mit künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, Darstellungsformen und Wahrnehmungsweisen. Im globalen Spannungsfeld technologischer Fortschritte, wissenschaftlicher Diskurse und gesellschaftlicher Entwicklungen setzen sich alle Formen neuer Medienkunst mit dem Wandel moderner Kommunikation auseinander.

MARLIES WIRTH ist Kunsthistorikerin und als Kuratorin am MAK – Museum für angewandte Kunst in Wien tätig. Zuständig für Digitale Kultur ist sie in die Konzeption der VIENNA BIENNALE eingebunden und leitet die MAK Sammlung für Design. Ausstellungsauswahl: UNCANNY VALUES. Künstliche Intelligenz & Du (2019), ARTIFICIAL TEARS (2017), Hello, Robot. Design between Human and Machine. Co-Direktorin des 12. Global Art Forum („I am not a Robot“) Dubai und Singapur (2018).